Der Begriff Partizipation kommt vom lateinischen participatio und wird übersetzt mit Begriffen wie Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Mitsprache und Einbeziehung. Sicherlich kann diese Wortliste beliebig fortgeführt werden.

Kinder und Jugendliche haben sehr viel Spaß an einer Sache, die sie als die ihre erleben. Wenn sie etwas selber wollen, wenn sie sich mit einer Sache identifizieren, dann investieren sie Zeit und sind meist mit großem Engagement dabei.

Gelebte Partizipation in Kirchengemeinde erfordert für mich eine Haltung, die den Kindern und Jugendlichen Respekt entgegenbringt, die sie ernstnimmt und ihnen vertraut. Welches Bild vom Kind liegt unserem kirchlichen Handeln zugrunde? Sind wir in unserem Inneren davon überzeugt, dass Kinder und Jugendliche eigenständige Persönlichkeiten sind, deren wesentlicher Motor die eigene Neugier und eigene Erfahrungen sind? Wie reden wir mit ihnen? Wie genau nehmen wir wahr, was sie gerade umtreibt? Geben wir ihnen Raum zum Erfahren und Entwickeln, zum Mitteilen und Ausdrücken? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen mich tagtäglich in meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ich möchte sie ernst nehmen, aber das ist oft im Alltag gar nicht so einfach und erfordert viele Ressourcen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir als Erwachsene bereit sind diesen Weg der Partizipation zu gehen. Für mich ist eine echte Beteiligung die Kinderstube der Demokratie.

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Aktivitäten und Entscheidungsprozessen des Gemeindelebens bestärkt deren kirchliches Interesse und nutzt und fördert ihre Stärken sowie die Fähigkeit, mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten und sich aufeinander einzulassen und fördert somit unser gesellschaftliches Miteinander und damit auch unsere Demokratie.

Ansprechpartnerin für Rückfragen

Der Beitrag ist erstmalig erschienen im „Nah dran“, dem Magazin der Ev.-luth. Kirchengemeinde Osternburg (Ausgabe 5 2020).